Dieses Kartoffel-Omelett hat zwei Geschichten, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.
Der erste: Loving Hut in Madrid. Die vegane Restaurantkette gibt es in vielen Ländern, und damals in Madrid habe ich zum ersten Mal ihre Version einer spanischen Tortilla gegessen. Die wollte ich unbedingt nachkochen.
Der zweite: das Bauernomelett meiner Mutter. Das hat sie mir beigebracht, als ich noch ziemlich klein war und unbedingt selber kochen wollte. Flach, herzhaft, in der Pfanne gewendet, das war mein erstes richtiges Rezept.
Zuhause in Berlin habe ich dann herumprobiert, und irgendwann haben sich beide zusammengefunden: die Idee der spanischen veganen Tortilla mit Kartoffeln, die Technik des deutschen Bauernomeletts und dazu Spinat, vegane Sour Cream und Granatapfelkerne, weil es bei mir in der Küche selten bei der klassischen Version bleibt.
Was brauchst du noch für das vegane Kartoffel-Omelett?
Zwiebel und Knoblauch Die aromatische Basis. Mit einem Schuss Ahornsirup angebraten bekommen sie eine leicht karamellisierte Note, die das Omelett abrundet.
Tofu und Kichererbsenmehl Diese Kombination gibt dem Omelett seine Struktur, der Tofu für die herzhafte Füllung, das Kichererbsenmehl für den Teig, der sich wenden lässt.
Kartoffel und Karotte Die Kartoffel ist die Hauptzutat, in dünne Scheiben geschnitten, wie bei einer klassischen Tortilla. Die Karotte gibt Farbe und eine leichte Süße.
Getrocknete Tomaten und Rosmarin Konzentrierter Geschmack und mediterranes Aroma, das gibt dem Kartoffel-Omelett seinen Charakter.
Kala Namak Das schwarze Salz aus Indien, das dem Teig einen ei-ähnlichen Geschmack gibt. Erst am Schluss dazugeben, da die schwefelige Note hitzeempfindlich ist.
Hefeflocken und Rauchpaprika Für Tiefe und ein leicht käsiges Aroma im Teig.
Backpulver Gibt dem Kichererbsenmehl-Teig etwas Lockerheit, wichtig für die Konsistenz.
Zitrone Ebenfalls erst am Schluss, die Säure hebt alle anderen Aromen.
Granatapfel, Spinat und vegane Sour Cream Die Füllung. Der Granatapfel ist der unerwartete Star, seine Säure und Knackigkeit machen das Kartoffel-Omelett zu etwas Besonderem.

Tipps zum Wenden
Das Wenden ist der schwierigste Moment beim Omelett, und der, bei dem am meisten schiefgehen kann. Ein paar Dinge, die helfen:
Erstens: Keine Hektik. Das Kartoffel-Omelett muss wirklich von unten durch sein, bevor du es wendest. Wenn es noch weich und wabbelig in der Mitte ist, wartest du noch zwei Minuten. Es sollte sich leicht vom Pfannenboden lösen lassen.
Zweitens: die richtige Pfanne. Du brauchst eine gute beschichtete Pfanne, und diese muss wirklich sauber sein. Auch kleinste Rückstände sorgen dafür, dass der Teig klebt.
Drittens: der Teller-Trick. Leg einen flachen Teller oder einen Pfannendeckel auf die Pfanne, dreh beides zusammen um, und lass das Kartoffel-Omelett auf den Teller fallen. Dann schiebst du es von dort zurück in die Pfanne. Das ist sicherer als der direkte Wendeversuch mit dem Pfannenwender.
Und wenn es trotzdem auseinanderfällt? Scramble draus machen und mit Spinat und Sour Cream servieren. Schmeckt genauso gut.

Kartoffel-Omelett
Equipment-Empfehlungen
Zutaten
- 1 Zwiebel gehackt
- 1 Knoblauchzehe zerkleinert
- Olivenöl
- 1 TL Ahornsirup
- 100 g Tofu zerkrümelt
- 1 kleine Karotte geraspelt
- 1 Kartoffel in kleine Scheiben geschnitten
- 1 EL getrocknete Tomaten zerkleinert
- 1 EL Rosmarin frisch oder getrocknet
- 120 g Kichererbsenmehl*
- 1 TL Kala Namak* Indisches schwarzes Salz
- 1/2 TL Backpulver
- 1 EL Hefeflocken*
- 1/4 TL Rauchpaprikapulver* Pimenton de la vera
- 300 ml Wasser
- 1/2 Zitrone ausgepresst
- 1 Granatapfel
- 1 Handvoll Blattspinat
- Vegane Sour Cream
- Salz und Pfeffer
Anleitung
- Zuerst alle Zutaten in der für das Rezept benötigten Menge bereitstellen. So kocht es sich viel entspannter und man vergisst nichts 🙂
- Öl in der Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten und Ahornsirup dazugeben.
- Kartoffelscheiben, Tofu, Karotte, getrocknete Tomaten und Rosmarin dazugeben und ca. fünf Minuten bei moderater Hitze braten, dabei hin und wieder umrühren.
- Kichererbsenmehl, Kala Namak, Backpulver, Hefeflocken, Rauchpaprika, Wasser und Zitronensaft in einer Schüssel oder einem großen Messbecher zu einem glatten Teig verrühren.
- Öl in einer zweiten Pfanne erhitzen und den Inhalt der ersten Pfanne auf die beiden Pfannen verteilen. Dann den Teig mit in die Pfannen gießen und beide Omeletts etwa fünf Minuten bei moderater Hitze braten.
- Granatapfelschale in einer großen Schüssel in der Spüle rundherum anschneiden (nur die Schale) und Frucht vorsichtig mit dem Daumen öffnen. Beide Hälften nacheinander nach unten umstülpen und die Kerne lösen. Eventuell mit einem Holzlöffel herausklopfen.
- Kartoffel-Omeletts wenden und noch einmal 3 Minuten von der anderen Seite backen.
- Kartoffel-Omeletts mit Blattspinat, Sour Cream und Granatapfelkernen füllen und mit Salz und Pfeffer servieren.
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