Es gibt Rezepte, die einfach immer funktionieren, wie dieser Schokokuchen. Auf dem Geburtstagsbuffet, beim Picknick im Park, als Mitbringsel für Sonntagsbrunch oder Party, oder einfach so, weil der Nachmittag nach Schokolade schreit. Dieser vegane Blechkuchen ist so ein Rezept, und das Beste daran: es gibt nur einen einzigen, absolut gelingsicheren Teig und kannst den ihn jedes Mal anders stylen. Und auch die Omnis lieben ihn!
Was den Schokokuchen besonders macht, ist die Glasur: temperierte Schokolade, weiß oder braun oder gemischt, die beim Reinbeißen knackt. Das klingt aufwändiger als es ist, ich erkläre dir unten genau, wie es geht. Und das Verstreichen der Schokolade ist wie ein kleiner Zen-Garten.


Was brauchst du für den Schokokuchen-Teig?
Allen vier Varianten liegt dasselbe Grundrezept zugrunde: ein einfacher Rührteig aus Weizen- oder Dinkelmehl, braunem Zucker, Pflanzenmilch, Pflanzenöl, Kaisernatron, Vanille, einer Prise Salz und einem Esslöffel Apfelessig. Der Apfelessig reagiert mit dem Natron und sorgt für die fluffige Textur, daher kommt der Kuchen ohne Ei aus. Der Teig ist schnell gemacht, du brauchst kein Rührgerät.
Bei veganem Kuchen sollte man lieber jeweils die trockenen Zutaten und die flüssigen Zutaten gut mit dem Schneebesen verrühren und dann beides zusammen nur so kurz wie möglich mit dem Löffel verrühren, bis gerade so keine Mehlnester mehr sichtbar sind. Zu langes Rühren aktiviert das Gluten im Mehl und macht den Teig zäh, außerdem entweichen dabei die ersten Gasbläschen von Backpulver und Natron, die den Kuchen später luftig machen sollen.
Gebacken wird entweder in einer Backform ca. 26 x 36 cm für einen kleinen Blechkuchen, so sind die folgenden 4 Rezepte ausgelegt, oder, wenn du viel Kuchen brauchst, dann verdoppelst du einfach das Rezept und backst es auf einem Backblech mit hohem Rand. Ich empfehle auch immer, Backpapier darunter zu legen. Für die Form schneide ich es an einer Seite ab, damit es genau passt und ich den Kuchen später problemlos daran herausheben kann.
Du willst einen noch schokoladigeren Schokokuchen? Dann kannst du noch einen Esslöffel Kakaopulver mit in den Teig geben und/ oder kleine Schokoladenstückchen.
Danach kommen die temperierte Schokoladenglasur und die Toppings.


Schokolade temperieren: einmal verstehen, immer besser backen
Das Temperieren der Schokolade macht einen Riesenunterschied. Beim Temperieren wird die Schokolade kontrolliert auf bestimmte Temperaturen erhitzt und abgekühlt, um die Kristallstruktur der Kakaobutter zu stabilisieren. Dadurch erhält die Schokolade einen schönen Glanz, eine knackige Textur und ein gleichmäßiges Aussehen, und sie wird innerhalb von wenigen Minuten fest, ohne Kühlschrank und graue Schlieren.
Klingt nach Patisserie-Kurs, ist aber mit der sogenannten Impfmethode auch zuhause problemlos machbar: Die Schokolade wird im Wasserbad langsam geschmolzen (braune Schokolade auf ca. 42°C, weiße auf ca. 40–45°C, dunkle auf 45-50°C), dann vom Herd genommen und mit fein gehackter, ungeschmolzener Schokolade auf die Verarbeitungstemperatur abgekühlt (braune Schokolade: 27–29°C, weiße: 28–29°C, dunkle 30-31°C). Die noch festen Schokoladenstücke bringen stabile Kakaobutter-Kristalle in die Masse und das Ergebnis ist eine Glasur, die glänzt, sauber schneidet und beim Anbeißen knackt. Perfekt für unseren Schokokuchen.
Ein Kochthermometer hilft, ist aber keine Pflicht: wichtig ist vor allem, dass die Schokolade nicht zu heiß wird.
Eine ausführliche Videoanleitung zum Temperieren gibt es von CupcakeJemma auf YouTube.
Die vier Schokokuchen-Varianten
Hier stelle ich dir meine vier liebsten Varianten vor: von klassisch-schokoladig bis süß-salzig-fruchtig ist für jeden Geschmack ein Schokokuchen dabei.
1. Schokokuchen mit Brezeln – der Klassiker
Die Ur-Version, mit der alles angefangen hat. Braune vegane Schokolade als Hauptglasur, knusprige Mini-Brezeln obendrauf, dann die dunkle Schokolade und ein paar getrocknete Rosenblütenblätter als Deko. Die Kombination aus süßer Schokolade und salziger Brezel ist schlicht unschlagbar, und der Grund, warum diese Schnitten auf jeder Party als erstes weggehen.
Zum vollständigen Rezept: Schokokuchen mit Brezeln

2. Himbeer-Brezelkuchen mit weißer Schokolade
Wer es fruchtig-sauer und süß mag: hier kommt weiße Schokolade auf den Teig, dazu gefriergetrocknete Himbeeren und Brezeln. Die Himbeeren bringen eine angenehme Säure, die die Süße der weißen Schokolade ausbalanciert. Optisch ist diese Variante ein echter Hingucker: das knallige Pink der Himbeeren auf der weißen Glasur sieht auf dem Kuchentisch fantastisch aus.
Zum Rezept: Himbeer-Brezelkuchen mit weißer Schokolade

3. Duo-Schokokuchen mit Brezeln: für alle, die sich nicht entscheiden können
Braune und weiße Schokolade nebeneinander, das ist die Duo-Variante, inspiriert von meiner Kindheitserinnerung an den niederländischen Brotaufstrich Duo Penotti, den ich bei meinen Großeltern immer ordentlich gestreift auf mein Brot schmieren wollte wie auf der Packung. Hier beim Blechkuchen habe ich es mir einfach gemacht, und es macht solchen Spaß, die Schokoladenglasuren zu verschwirlen. Brezeln gehen natürlich auch immer.

4. Schokoladenschnitten mit Meersalz: die elegante minimalistische Version
Hier steht die Schokolade im Mittelpunkt. Die Glasur aus Vego Melts (Gianduja-Schokolade mit Haselnusspaste) ist intensiv nussig und zartschmelzend, das Fleur de Sel obendrauf gibt den entscheidenden Luxus-Touch. Diese Variante ist die, die ich backe, wenn ich etwas mitbringen will und nicht viel Zeit habe: sie sieht aufwändig aus aber ist schnell fertig.
Zum Rezept: Schokoladenschnitten mit Meersalz

Tipps für alle vier Varianten
Vorbereiten: Den Kuchenboden kannst du schon am Vortag backen und luftdicht im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren. Erst kurz vor dem Servieren glasieren und dekorieren.
Brezeln frisch halten: Mini-Brezeln werden nach ein paar Stunden auf dem Kuchen schal. Wenn Schnitten übrig bleiben, einfach die alten Brezeln entfernen, die Schokolade darunter kurz mit einem heißen Löffel erwärmen und frische Brezeln einsetzen.
Einfrieren: Alle vier Varianten lassen sich einfrieren (ohne Brezeln). Sie tauen bei Zimmertemperatur innerhalb weniger Minuten auf.
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