VEGANES TATTOO

Bild von Libellen tattoo

(Ich habe sowohl das Tattoo als auch die Pflegesalbe bezahlt, dies ist kein gesponserter Beitrag)

Ich wollte eigentlich schon immer Tattoos haben, und hatte früher viele Ideen, habe aber nie eins machen lassen. Als ich mich bei der Airline bewarb, für die ich arbeite, war ich darüber auch sehr froh: es ist nämlich so, dass man bei vielen Airlines mit Unterarmtattoos nicht eingestellt wird. Wenn man erst mal dort arbeitet, sind sie zwar immer noch nicht erwünscht, aber es gilt nur noch die Vorschrift, dass keine Tattoos bei der Arbeit zu sehen sein dürfen. Ich trug sowieso immer lange Ärmel, weil ich es im Flugzeug oft kalt finde.

 

Mein erstes Tattoo

Als meine ziemlich tätowierte Kollegin Jessie dann für unseren Flug nach L.A. einen Tattootermin bei ihrem Rafa am Hollywood-Boulevard vereinbarte, schloss ich mich an und ließ mir dort eine Schleife mit Perlenkette auf den Arm tätowieren. Ob das weh tat? Äh, ja. Vor allem am Ellenbogen. Ich muss unterhaltsame Gesichter gezogen haben, denn irgendwann standen mehrere Typen im Laden und sahen amüsiert zu. Ich sagte ihnen, wenn sie gucken wollen, müssen sie Eintritt zahlen, dachte, vielleicht kann ich so das ganze Tattoo finanzieren, aber sie verschwanden. Na gut. Danach kauften wir uns Chips und futterten die im Auto zurück zum Hotel mit unseren frischen verpackten Tattoos. Die halbe Nacht starrte ich meinen geschwollenen Arm mit der quietschpinken Schleife an, den ich auf ein Kissen gebettet hatte, und dachte, was habe ich getan …?  

Am nächsten Tag flogen wir zurück. Zuerst schlug mir meine Chefin auf den Arm, um mich zu loben, dass irgendetwas schon fertig war, das sie gerade anordnen wollte, und ich sprang fast an die Decke. Hast du einen Stromschlag bekommen, fragte sie verwundert. Ich nickte, wollte ihr nicht unbedingt das frische Tattoo auf die Nase binden. Die Flugangst-Patientin, die sich dann noch plötzlich an meinem Arm festkrallte, als wir durch eine Wolke flogen und es etwas wackelte, überzeugte mich dann endgültig, mein nächstes Tattoo zu Hause in Berlin stechen zu lassen, wenn ich danach ein paar Tage frei habe und die Menschen meinen Arm in Ruhe lassen. Denn dass es ein nächstes Tattoo geben wird, wusste ich sofort.

 

Das Libellen-Tattoo

Inzwischen sind es drei auf den Armen, und jetzt ist der Rücken an der Reihe. Ich habe mehrere Jahre überlegt, was ich haben will und hatte ein paar Ideen, aber keine hat mich genug überzeugt, um mich um einen Termin zu kümmern. Bis ich dachte: Libelle! In meiner Wohnung hatten sich so einige Libellenmotive angesammelt. Libellen stehen für Freiheit und Veränderung und das zieht mich wohl schon lange an.

Jetzt wollte ich nicht unbedingt im Studio argwöhnisch sein, was die Produkte betrifft oder meine eigene Farbe anschleppen, sondern mich lieber von jemandem tätowieren lassen, der selber Veganer ist und für den sowieso nur vegane Farben und Produkte in Frage kommen. Es gibt einige vegane Tätowierer und man findet diese zum Beispiel bei vegantattoostudios.com, wo man nach Orten gefiltert suchen kann. Wenn man dort Berlin eingibt, findet man dort auch Panke Nicolat, den ich schon seit einigen Jahren aus der Punkszene kenne und dessen Arbeit mir sehr gut gefällt. Er kommt ursprünglich aus Mexiko, und die typische mexikanische Ästhetik – kräftige Farben, kantige Formen, Blumen und Totenkopfmotive – zieht sich sehr durch seine Arbeit. Das gefällt mir. Ich wusste nicht genau, wie ich mir eine mexikanisch anmutende Libelle vorzustellen habe, aber es fühlte sich einfach an wie eine gute Idee.

Wir trafen uns ein paar Wochen vor dem Tattootermin auf einen veganen Snack und sahen uns Fotos von Libellentattos an, besprachen was wir schön finden und was nicht. Jeder geht da natürlich anders vor. Manche Leute malen selber eine Vorlage wollen sie ganz genau so umsetzt haben, andere wissen fast gar nicht, was sie wollen und lassen den Tätowierer sich austoben. Ich habe immer eine recht konkrete Vision, aber kann nicht gut malen. Deswegen war es mir wichtig, jemanden zu suchen, dessen Geschmack auf der gleichen Wellenlänge ist und dessen Ideen aus meiner Vision das beste herausholen. Meine Tattoos sehen alle etwas anders aus, als ich sie mir vorgestellt hatte. Und viel besser. Auch bei diesem ist das der Fall.

Australien hatte sich damals in Ost-Berlin eine schicke Botschaft gebaut, dort haben sich inzwischen viele Künstler einquartiert. Auch Panke hat dort sein Atelier, wo ich mich zu meinem Termin einfand.

picture of vegan dragonfly tattoo in progress

Zuerst wurde die Vorlage platziert. Die gefiel mir schon mal sehr gut, aber ich wollte das Tattoo etwas tiefer. 

picture of vegan dragonfly tattoo in progress

Genau. Und vielleicht die oberen Flügel etwas weiter? 

veganes libellen tattoo

 

So sah es direkt nach dem Stechen aus. Ich fand es übrigens weniger schmerzhaft als erwartet, die Ellenbogen waren damals weitaus schlimmer. Besonders gut gefällt mir die schimmernde Farbe des Libellenkörpers. 

picture of vegan dragonfly tattoo in progressFür den Nachhauseweg wurde es erstmal eingepackt. Vor dem Schlafengehen entfernte ich die Folie, spülte es mit heißem Wasser ab und trug Tattoo-Salbe auf. Es gibt inzwischen so einige vegane Tattoo-Salben auf dem Markt und ich hatte mir die Tatau-Butter von Natural Organics bestellt. Sie trägt sich leicht auf, duftet angenehm nach Zitrone und das Tattoo ist auch nach Stunden nicht ausgetrocknet. Sie pflegt mit Sheabutter und Jojobaöl und soll die Haut bis zu 50 % schneller heilen. 

Bild von Tattoo-Salbe von Natural Organics

Ob das wirklich so war, kann ich nicht beurteilen, mein letztes Tattoo ist schon zu lange her, aber tatsächlich ist es recht schnell verheilt. Die ersten zwei Nächte habe ich mir noch Mühe gegeben, nicht auf dem Rücken zu liegen, aber dann habe ich nicht mehr darüber nachgedacht. Ich glaube, ich könnte langsam wieder zum Yoga gehen.

 

pin für veganes Libellen-Tattoo

 

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